casa nove
porto ceresio (VA)
- Jahr
2019
- Bauherr
privat
- Größe
186 m² 705 m³
- Kosten
650.000 euro
- Status
realisiert
- Team
LCA architetti
-
+ Beschreibung
DAS HAUS AN DER GRENZE Noemi und Marco sind ein junges Grenzgängerpaar, das sein Haus in einem kleinen Ort am Luganersee, direkt an der Grenze zum Kanton Tessin, bauen wollte: in Porto Ceresio in der Provinz Varese. Von Anfang an wünschten sie sich ein Haus mit Räumen in enger Beziehung zur Natur und zur Landschaft – geprägt von den herrlichen Voralpen, die den Horizont über dem See schließen. Das Haus an der Grenze ist der (gelungene) Versuch, ein Zuhause auf „nicht traditionelle“, umweltfreundlichere Weise zu bauen. Ein Gebäude nicht nur an der geografischen Grenze zwischen Italien und der Schweiz, sondern vor allem an der Grenze, die noch immer jene, die glauben, nichts müsse sich ändern, von jenen trennt, die Lösungen gegen die heutige Umweltkrise erproben. Eine mutige und bewusste Entscheidung, die zeigen soll, dass man heute auch ohne Beton und Ziegel bauen kann. So Architektur zu machen, heißt, sich eine nachhaltigere Welt vorzustellen. Die Entscheidung reifte dank der großen ökologischen Sensibilität der Bauherren, die den Mut hatten, natürliche, noch wenig verbreitete Materialien einzusetzen und zu erproben.
Das Haus hat einen rechteckigen Grundriss und steht auf einem Wiesengrundstück zwischen Einfamilienhäusern. Im Erdgeschoss liegen ein Eingangsbereich, eine Küche mit Kochinsel und Snack-Theke, ein Wohnbereich mit Esstisch und Sitzecke, ein Bad und zwei separate Kinderzimmer. Das Obergeschoss mit Blick in den zweigeschossigen Wohnraum ist allein dem Elternschlafzimmer und seinem Bad vorbehalten, dessen Dusche von oben natürliches Licht erhält. Die Räume sind offen und laden zur Begegnung ein: Die Familienmitglieder können dank teilweise miteinander verbundener Räume von verschiedenen Zimmern und von beiden Ebenen aus miteinander in Kontakt treten. Hauptdarsteller sind der zweigeschossige Wohnbereich und die große Treppe zwischen den Geschossen – eine echte Skulptur aus gefaltetem, anthrazitgrau gestrichenem Holz. An die Wand des Wohnraums gestellt (ursprünglich als Treppe mit Bücherregal gedacht), füllt sie den Raum in voller Höhe und tritt in Dialog mit den gegenüberliegenden Seiten: dem keramikverkleideten Volumen des Hauswirtschaftsraums und dem großen runden Fenster, das die Berge rahmt. Das Haus verbraucht wenig Energie, mit Flächenheizung und kontrollierter Wohnraumlüftung; der Gesamtverbrauch wird durch Photovoltaik weiter gesenkt.
Die Natürlichkeit des Ortes bestärkte die Absicht, ein wirklich nachhaltiges Gebäude zu errichten: ein Haus aus Holz, Metall und Kork. Es steht auf einem Fundament aus Stahlbeton und verdichteter Erde, rund 50 cm über Gelände angehoben, auf dem die Holzrahmenkonstruktion ruht. Innen sind die Trennwände aus Gipsfaserplatten, als Oberflächen dienen Parkett aus Eiche natur und groß- und kleinformatige Fliesen. Außen verkleidet Kork das gesamte Erdgeschoss; er wurde sichtbar gelassen und in 3D gefräst – die schlichte, elegante Verzierung bereichert ein sonst zu strenges Volumen. Im Obergeschoss sind Wände und Satteldach mit demselben Metall verkleidet: anthrazitfarbenem Doppelstehfalzblech. Materialien und Farben des Hauses stehen im Dialog mit den Bergen rund um das Tal und verschmelzen mit den Umrissen von Bäumen und Felsen. Paradoxerweise verschwindet dieses Haus, das sich so sehr von seinen Nachbarn unterscheidet, im Gesamtbild und verschmilzt mit der Landschaft, die es aufnimmt und hervorgebracht hat.
- projekte
-
- WOHNUNGSBAU
- WOHNHäUSER
- INNENARCHITEKTUR
- INDUSTRIEBAU
- MASTERPLAN
- ARBEITSWELTEN
- HOTELLERIE
- ÖFFENTLICHE BAUTEN
- DESIGN KUNST
casa nove
porto ceresio (VA)
- Jahr
2019
- Bauherr
privat
- Größe
186 m² 705 m³
- Kosten
650.000 euro
- Status
realisiert
- Team
LCA architetti
-
+ Beschreibung
DAS HAUS AN DER GRENZE Noemi und Marco sind ein junges Grenzgängerpaar, das sein Haus in einem kleinen Ort am Luganersee, direkt an der Grenze zum Kanton Tessin, bauen wollte: in Porto Ceresio in der Provinz Varese. Von Anfang an wünschten sie sich ein Haus mit Räumen in enger Beziehung zur Natur und zur Landschaft – geprägt von den herrlichen Voralpen, die den Horizont über dem See schließen. Das Haus an der Grenze ist der (gelungene) Versuch, ein Zuhause auf „nicht traditionelle“, umweltfreundlichere Weise zu bauen. Ein Gebäude nicht nur an der geografischen Grenze zwischen Italien und der Schweiz, sondern vor allem an der Grenze, die noch immer jene, die glauben, nichts müsse sich ändern, von jenen trennt, die Lösungen gegen die heutige Umweltkrise erproben. Eine mutige und bewusste Entscheidung, die zeigen soll, dass man heute auch ohne Beton und Ziegel bauen kann. So Architektur zu machen, heißt, sich eine nachhaltigere Welt vorzustellen. Die Entscheidung reifte dank der großen ökologischen Sensibilität der Bauherren, die den Mut hatten, natürliche, noch wenig verbreitete Materialien einzusetzen und zu erproben.
Das Haus hat einen rechteckigen Grundriss und steht auf einem Wiesengrundstück zwischen Einfamilienhäusern. Im Erdgeschoss liegen ein Eingangsbereich, eine Küche mit Kochinsel und Snack-Theke, ein Wohnbereich mit Esstisch und Sitzecke, ein Bad und zwei separate Kinderzimmer. Das Obergeschoss mit Blick in den zweigeschossigen Wohnraum ist allein dem Elternschlafzimmer und seinem Bad vorbehalten, dessen Dusche von oben natürliches Licht erhält. Die Räume sind offen und laden zur Begegnung ein: Die Familienmitglieder können dank teilweise miteinander verbundener Räume von verschiedenen Zimmern und von beiden Ebenen aus miteinander in Kontakt treten. Hauptdarsteller sind der zweigeschossige Wohnbereich und die große Treppe zwischen den Geschossen – eine echte Skulptur aus gefaltetem, anthrazitgrau gestrichenem Holz. An die Wand des Wohnraums gestellt (ursprünglich als Treppe mit Bücherregal gedacht), füllt sie den Raum in voller Höhe und tritt in Dialog mit den gegenüberliegenden Seiten: dem keramikverkleideten Volumen des Hauswirtschaftsraums und dem großen runden Fenster, das die Berge rahmt. Das Haus verbraucht wenig Energie, mit Flächenheizung und kontrollierter Wohnraumlüftung; der Gesamtverbrauch wird durch Photovoltaik weiter gesenkt.
Die Natürlichkeit des Ortes bestärkte die Absicht, ein wirklich nachhaltiges Gebäude zu errichten: ein Haus aus Holz, Metall und Kork. Es steht auf einem Fundament aus Stahlbeton und verdichteter Erde, rund 50 cm über Gelände angehoben, auf dem die Holzrahmenkonstruktion ruht. Innen sind die Trennwände aus Gipsfaserplatten, als Oberflächen dienen Parkett aus Eiche natur und groß- und kleinformatige Fliesen. Außen verkleidet Kork das gesamte Erdgeschoss; er wurde sichtbar gelassen und in 3D gefräst – die schlichte, elegante Verzierung bereichert ein sonst zu strenges Volumen. Im Obergeschoss sind Wände und Satteldach mit demselben Metall verkleidet: anthrazitfarbenem Doppelstehfalzblech. Materialien und Farben des Hauses stehen im Dialog mit den Bergen rund um das Tal und verschmelzen mit den Umrissen von Bäumen und Felsen. Paradoxerweise verschwindet dieses Haus, das sich so sehr von seinen Nachbarn unterscheidet, im Gesamtbild und verschmilzt mit der Landschaft, die es aufnimmt und hervorgebracht hat.
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